GRAVITY ©Andreas Etter Staatstheater Mainz 


 

Uraufführung: 14.11.2025,

Kleines Haus Staatstheater Mainz (DE) 

 

Von und Mit: Mia Boggs*, Tanit Cobas, Lisa Gareis, Daria Hlinkina, Shani Licht, Amber Pansters, Maasa Sakano, Meritxell Van Roggen; Dušan Bajčetić*, Zachary Chant, Paul Elie, José Garrido, Christian Leveque, Federico Longo, Cornelius Mickel, Jaume Luque Parellada, Lin van Kaam, Thomas Van Praet (*Apprentice bei tanzmainz)

Choreografie: Rafaële Giovanola  • Choreografische Mitarbeit: Alvaro Esteban • Musik: Tiago Cerqueira • Kostüme, Raum: Lucia Vonrhein • Lichtdesign: Wil Frikken • Choreografische Assistenz: Natalia Rodina • Dramaturgie: Rainald Endraß

 

GRAVITY mit tanzmainz

 

 

Kunst ist für die Beteiligten stets mit einem Risiko verbunden. Ob mit Netz oder doppeltem Boden, ob authentisch oder illusionistisch – jedes echte Kunststück verlangt, Grenzen zu überschreiten, und beinhaltet das Risiko des Fallens und Scheiterns. Gefragt sind Tänzer*innen, die nicht süchtig nach Nervenkitzel und ultimativem Adrenalinkick als Hasardeur*innen agieren, sondern die sich durch Professionalität, Vertrauen zueinander und Mut zu Verletzlichkeit auszeichnen. GRAVITY nimmt uns mit in die wunderbare Welt ihres „Risikoraums“.

Nach der mit dem FAUST-Theaterpreis prämierten Choreografie SPHYNX und den umjubelten Gastspielen von CocoonDance beim tanzmainz festival ist GRAVITY die zweite Kooperation Rafaële Giovanola und tanzmainz

 

PRESSESTIMMEN in Auszügen

 

Rafaële Giovanolas  „Gravity“ begeistert mit tanzmainz. In ihrer Choreographie „Gravity“ ... lotet sie die Schwerkraft aus und erzählt so fulminant über das Leben ... . Immer mehr im Lauf einer knappen Stunde erinnert der Fluss dieser Körper, die fallen und sich abrollen, hochschnellen oder davon robben, sich fangen oder zäh wieder aufrichten an das Leben selbst. … Es ist ebenso ein Tanz mit der Schwerkraft wie ein Tanz gegen sie. … Giovanola gelingt es, einen Sog zu erzeugen, in dem die Körper wie Elementarteilchen wirken. ... Bis eine knappe Stunde später erschöpfte Ruhe einkehrt. Und, zur Premiere, riesiger Jubel. (Eva-Maria Magel, FAZ.NET, 16.11.2025)

 

Schon beim Betreten des Kleinen Hauses im Staatstheater wird klar: Diese Tanzmainz-Premiere wird anders... Alles ist in schummriges Dämmerlicht getaucht, die Atmosphäre ist latent bedrohlich wie in einer dystopischen Arena. … Wie schon in ihrem Tanzmainz-Stück ‚Sphynx‘... schafft es die Schweizerin auch mit ‚Gravity‘ wieder, die Zuschauer mit etwas vermeintlich Banalem wie Fallen in ihren Bann zu ziehen. Alltäglichen Bewegungsabläufen verleiht sie eine tiefgreifende Symbolik und bringt die Tänzer wieder einmal dazu, sich übermenschlicher Kraftanstrengung auszusetzen.  Ihr wohlverdienter Lohn: langanhaltender Applaus, Standing Ovations, Jubelrufe. (Natacha Olbrich, Wiesbadener Kurier, 18.11.2025)

 

„Gravity“ … ist wieder erstaunlich einfallsreich, obwohl es hauptsächlich um das Fallen geht. … Man könnte meinen, dass das Thema Schwerkraft schnell erschöpfend abgehandelt ist. Doch Rafaële Giovanola versteht es (noch einmal: wie in „Sphynx“), den Spannungsfaden straff zu halten. Indem sie mal bis zur Zeitlupe verlangsamt, dann wieder das Tempo anzieht. … Und das Thema lässt ja auch nicht kalt, Assoziationen stellen sich ein beim Anblick von Menschen, die mehr oder weniger abrupt auf dem Boden landen.“ (Sylvia Staude Frankfurter Rundschau, 18.11.2025)

 

Alle Erwartungen, die man an eine Auseinandersetzung von tanzmainz mit diesem urzentralen Thema des Tanzes haben mochte, wurden mehr als erfüllt. Denn die Schwerkraft schlägt in den 55 vor Energie strotzenden Minuten dieser Produktion unbarmherzig zu. Das äußert sich in einer Bewegung, die Giovanola auch sonst durchaus im Köcher führt: dem Fallen. Was im Tanz wie im restlichen Leben sonst eher Ausnahmesituation und meistens auch unbeabsichtigt ist: Hier wird es zum Ereignis. … Der Clou der Bühne: Alles findet auf Bodenniveau in der Saalmitte statt ... diese Arenabestuhlung eröffnet eine ganz andere Dynamik des Miterlebens und für alle eine sehr gute Sicht aus naher Distanz. Was den ganzen Abend durchwirkt ..  ist ein faszinierendes Spiel mit Energie und ihrer Weitergabe. ... Ein immersives Theater-erlebnis, das zur Premiere ostentativ gefeiert wird.“

(Claus Ambrosius, Rhein-Zeitung, 17.11.2025)

 

 

Was der Choreografin Rafaële Giovanola an Variationen zum Umgang mit der Schwerkraft einfällt, bietet Höchstspannung. Die Fähigkeit, Gedankenexperimente in fesselnden Tanz zu übersetzen, prägt den internationalen Ruf der Schweizer Choreografin Rafaële Giovanola. Die Gründerin der Bonner Kompanie CocoonDance war die Wunsch-besetzung des Ensembles für ein Stück in der vorletzten Spielzeit von Tanzchef Hone Dohrmann. … Ihr neues Stück ist den Tücken einer unberechenbaren Schwerkraft gewidmet und zeichnet das Fallen als grundlegenden Bestandteil menschlicher Existenz. … Fallen wird zur neuen Normalität – und die bodennahe Fortbewegung zur neuen Gruppen-Herausforderung. … Getrieben von den pulsierenden, immer schneller rhythmisch auftrumpfenden Dancefloor-Klängen des portugiesischen Musikers Tiago Cerqueira greifen die Tänzer*innen das Fallen als neue Herausforderung auf. … Der Druck trifft alle gleichermaßen, aber es sind die Augenblicke des Zusammenhalts, in denen die Resilienz gegen die dominierende Schwerkraft wächst bis zum eindrucksvollen Schlussbild. (Isabelle von Neumann-Cosel, tanznetz.de, Abruf:  23.11.2025)